Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könnten bald von dieser an der Hochschule Darmstadt entwickelten Navigations-App profitieren. (Foto: Hochschule Darmstadt)

Mit der Wheel Scout-App kommen Rollstuhlfahrer besser ans Ziel

Am Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt wird mit der „Wheel Scout“-App eine digitale Navigationshilfe entwickelt, die für mobilitätseingeschränkte Nutzer barrierefreie Wege findet. Die Besonderheit: Die Navigation funktioniert dank spezieller Bluetooth-Sender auch innerhalb von Gebäuden. Dabei berücksichtigt die App individuelle Profile und lässt sich mit Sprachbefehlen steuern. Jeder Nutzer kann Hindernisse in seiner Umgebung melden und so die Navigation weiter verbessern.

Im Outdoor-Modus funktioniert „Wheel Scout“ via GPS-Ortung. Für die Darstellung der Routen greift die App über eine technische Schnittstelle auf das Kartenprogramm „Open Street Map“ zu und nutzt hier die Funktionalität der so genannten „Points of Interest“, mit denen Sehenswürdigkeiten markiert werden. Darum funktioniert die App auch weltweit, wie die Projektleiterin Professorin Dr. Bettina Harriehausen-Mühlbauer vom Fachbereich Informatik der h_da getestet hat. „Wheel Scout“ markiert Barrieren mit eigens dafür entworfenen Barriere-Symbolen. Nutzer können neue Barrieren selbst eintragen und sich individuelle Profile entsprechend ihrer Fähigkeiten anlegen. Die App funktioniert als plattformunabhängige Web-Anwendung auf allen mobilen Geräten.

„Manchmal führt der kürzeste und barrierefreiste Weg durch Gebäude oder das Ziel liegt in einem Gebäude, zum Beispiel der Hörsaal einer Hochschule oder das Bahngleis eines Bahnhofs“, erläutert Harriehausen-Mühlbauer. „Deswegen haben wir die Outdoor-Navigation um ein Indoor-Routing erweitert. Die Positionsbestimmung innerhalb von Gebäuden wird mittels Beacons, die Bluetooth-Signale mit ihrer Geoposition aussenden, berechnet. Auf diese Weise kann die App eine Route berechnen, die Gebäude mit einbezieht.“

Die ebenfalls neu integrierte Sprachsteuerung erleichtert die Bedienbarkeit von „Wheel Scout“ zusätzlich, denn viele Rollstuhlfahrende können auch ihre Finger nicht uneingeschränkt bewegen. Sie sprechen stattdessen die Adresse des gewünschten Zielorts ein.

Der Unabhängige Verband der Zivilinvaliden LA-PIC/UVZ aus Südtirol finanziert die Weiterentwicklung von Wheel Scout. Doch weitere Finanzierungspartner und ein geeigneter Vertriebspartner sind willkommen, sagt Harriehausen-Mühlbauer. Dann könnte die App zeitnah verfügbar sein – marktreif entwickelt ist sie bereits. Potenzielle Partner können sich hier melden.

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